Kompetenzen

In diesem Feld geht es nicht nur um die Kompetenzen geflüchteter Menschen. In einer vielfältigen Gesellschaft müssen alle, Haupt- und Ehrenamt, wie auch Organisationen und Institutionen ihre Kompetenzen erweitern. Die Realisierung sozialer Teilhabe fordert alle gesellschaftlichen Ebenen heraus und verlangt Kompetenzerweiterung. Strategien des Dialogs, des gemeinsamen Aushandelns und der Öffnung sind wichtig. Natürlich sind auch Geflüchtete herausgefordert, ihre Kompetenzen zu erweitern, um eigenständig einen Beitrag zum Gemeinwohl zu leisten und gesellschaftliche Mobilität wiederzuerlangen. Neben dem Erlernen der Sprache und der Erweiterung bspw. beruflicher Kompetenz sind auch Aneignung von kulturellem Wissen und Systemkenntnissen wichtige Faktoren gesellschaftlicher Mobilität. Es ist relevant, dass hier von Erweiterung und nicht von Neuerwerb gesprochen wird, denn Geflüchtete, bringen bereits vielfach Kompetenzen mit. Auf diese gilt es aufzubauen,
sie gilt es zu fördern. Als Kirche sehen wir in dieser Befähigung einen wichtigen Teil gesellschaftlicher Anerkennung, die jeder Person zusteht. So sollte die Förderung der Kompetenzerweiterung unabhängig vom Status der Person erfolgen.
Die Gestaltung dieses Feldes gehört zum großen Teil zu den staatlichen Aufgaben. Als Kirche bauen wir auf die entsprechenden Unterstützungs- und Organisationsleistungen auf. Im Rahmen unserer Möglichkeiten werden wir an jenen Stellen aktiv, an denen staatliche Unterstützungsleistungen (noch) zu kurz greifen.

So fördert das Bistum bspw. niederschwellige Sprachkurse für Geflüchtete, denen der Zugang zu Integrationskursen verwehrt ist. Auch zahlreiche Ehrenamtliche unterstützen Geflüchtete beim Spracherwerb, bspw. durch Nachhilfe für Erwachsene und Kinder oder einfach, indem sie sich mit Geflüchteten unterhalten. Im Rahmen der Interkulturellen Woche und darüber hinaus wollen die Kirchen zudem die Menschen darin unterstützen, in einen Dialog zu treten. Diese Aufgabe nehmen Hauptund
Ehrenamtliche aus Kirche und Zivilgesellschaft gemeinsam an. Ehrenamtliche und Hauptamtliche übernehmen zudem eine weitere wichtige Schlüsselfunktion für Geflüchtete, da sie über Systemkenntnisse verfügen, die Geflüchtete erst erlernen müssen.