Unsere Webseite verwendet Cookies (kleine Textdateien, die sie auf Ihrem Rechner ablegt); dadurch bleibt die Seite für Sie möglichst leicht zugänglich und komfortabel. Näheres finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Sie können in den Einstellungen Ihres Browsers bestimmen, ob er Cookies akzeptiert oder nicht. Wenn Sie auf unserer Seite weitersurfen, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.

Deutsche Bischofskonferenz: Flüchtlingshilfe

Auf Ebene der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) gibt es mit Erzbischof Dr. Stefan Heße seit 2015 einen Sonderbeauftragten für Flüchtlingsfragen. 2016 formulierte die Vollversammlung der DBK Leitsätze des kirchlichen Engagements für Flüchtlinge. Und auch auf der Internetseite der DBK erhalten Sie weitere Informationen zur Flüchtlingshilfe. Mehr hierzu erfahren Sie auf dieser Seite.

Leitsätze des kirchlichen Engagements für Flüchtlinge

  • Die folgenden Leitsätze wurden von der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz im Kloster Schöntal am 18. Februar 2016 verabschiedet:

    In unseren Tagen haben Flucht und Vertreibung weltweit ungekannte Ausmaße erreicht. Zwar bleiben die meisten Flüchtlinge nach wie vor in den Krisenregionen des Mittleren Ostens und Afrikas. Doch angesichts der schlechter werdenden Versorgungslage und zunehmenden Perspektivlosigkeit in den Flüchtlingslagern vor Ort sucht eine wachsende Zahl von Menschen Zuflucht in Europa. In der aktuellen Situation erleben wir in unserem Land ein beeindruckendes Maß an Solidarität und Hilfsbereitschaft. Zugleich sind vielerorts die Anzeichen der Ratlosigkeit und Überforderung unverkennbar. Nicht selten wird in der öffentlichen Debatte auch ein rauer Tonfall angeschlagen, der den Anliegen der schutzsuchenden Menschen in keiner Weise gerecht wird. Insbesondere die Zunahme an fremdenfeindlichen Gewalttaten gibt Anlass zu großer Sorge.Die gegenwärtigen Fluchtbewegungen stellen Deutschland und Europa vor neue Herausforderungen, die nur mit einer tragfähigen ethischen Orientierung zu bewältigen sind. Die Kirche weiß sich in dieser schwierigen Situation auf besondere Weise gefordert. Als Christen setzen wir uns mit Entschiedenheit für die Anliegen der Flüchtlinge und Asylsuchenden ein. Dabei haben wir immer auch das Wohl der gesamten Gesellschaft und insbesondere die Bedürfnisse der benachteiligten Menschen in unserem Land im Blick.
    Das vorliegende Arbeitspapier soll der Vergewisserung über leitende Prinzipien und vorrangige Themenfelder des kirchlichen Engagements für Flüchtlinge dienen.

  • Grundlagen des kirchlichen Engagements für Flüchtlinge

    Grundlagen des kirchlichen Engagements für Flüchtlinge

    1. Die Fürsorge für Flüchtlinge und Migranten gehört zum Selbstverständnis der Kirche. Unsere christliche Identität tritt gerade dann besonders deutlich zutage, wenn jede Person, die in unserem Land Zuflucht sucht, menschenwürdig behandelt wird.
    2. Die kirchliche Flüchtlingshilfe vollzieht sich auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens. Sie zeichnet sich durch die Vielfalt ihrer Akteure und Kompetenzen aus.
    3. Das kirchliche Engagement für Flüchtlinge legt einen besonderen Fokus auf menschliche Begegnung und persönliche Begleitung. Gleichzeitig gilt es anzuerkennen, dass die Kirche nur einer von mehreren relevanten Akteuren im Bereich der Flüchtlingshilfe ist.
    4. Die Kirche vertritt die Anliegen aller benachteiligten Menschen. Das kirchliche Engagement für die vielen Menschen, die an die Ränder unserer Gesellschaft gedrängt werden, wird mit unverminderter Energie fortgesetzt.
    5. Die Integration von Menschen mit anderer kultureller oder religiöser Prägung stellt unsere Gesellschaft vor große Herausforderungen. Die Kirche kennt ihre besondere Verantwortung für das Gelingen gesellschaftlicher Integrationsprozesse.
  • Themenfelder des kirchlichen Engagements für Flüchtlinge

    Themenfelder des kirchlichen Engagements für Flüchtlinge

    • Begleitung, Qualifizierung und Stärkung des ehren-und hauptamtlichen Engagements in der kirchlichen Flüchtlingshilfe
    • Seelsorge
    • Wohnraum
    • Gesellschaftliche Teilhabe durch Arbeit –Ausbildungsstellen und berufliche Perspektiven für Flüchtlinge
    • Gesellschaftliche Teilhabe durch Bildung –Förderung von Flüchtlingen in Kindertageseinrichtungen, Schulen, Hochschulen und Einrichtungen der Erwachsenenbildung
    • Gesundheitsversorgung und psycho-soziale Begleitung von Flüchtlingen
    • Schutz UnbegleiteterMinderjähriger Flüchtlinge
    • Geflüchtete Frauen
    • Solidarität mit Christen
    • Interreligiöser und interkultureller Dialog – Kooperationen mit muslimischen und jüdischen Akteuren in der Flüchtlingshilfe
    • Internationale Flüchtlingshilfe
    • Politische Positionierungen in Fragen von Flucht und Asyl

Sonderbeauftragter für Flüchtlingsfragen

Angesichts der zunehmenden Zahl von Menschen, die bei uns Zuflucht suchen, und der damit verbundenen drängenden Fragen für Gesellschaft und Politik hat die Deutsche Bischofskonferenz bei der Herbst-Vollversammlung im September 2015 den Erzbischof von Hamburg, Erzbischof Dr. Stefan Heße, zum „Sonderbeauftragten für Flüchtlingsfragen“ ernannt.
„Die Fürsorge für Flüchtlinge ist Teil unserer christlichen Identität“, so Erzbischof Heße. Gleichwohl dürfe nicht der Eindruck einer einseitigen Konzentration der Kirche auf den Bereich der Flüchtlingshilfe entstehen. „Unser caritatives Engagement für die vielen Menschen, die an die Ränder unserer Gesellschaft gedrängt werden, setzen wir mit unverminderter Energie fort.“ Auch habe die Kirche stets eine Verantwortung für das gesamtgesellschaftliche Wohl.

Arbeitsstab des Sonderbeauftragten

Nach seiner Ernennung hat Erzbischof Heße einen Arbeitsstab zusammengestellt, in dem relevante Akteure der kirchlichen Flüchtlingshilfe versammelt sind: Neben Fachleuten der inländischen und internationalen Flüchtlingshilfe der Caritas gehören dem Arbeitsstab diözesane Migrations- und Flüchtlingsbeauftragte, Vertreter der Ordensgemeinschaften und der katholischen Siedlungswerke sowie Mitarbeiter des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz und des Katholischen Büros in Berlin an. Gemeinsam wird das Ziel verfolgt, das kirchliche Engagement in der Flüchtlingshilfe in den verschiedenen Handlungsfeldern zu begleiten und zu fördern. Zugleich erörtert der Arbeitsstab politische Entwicklungen im Bereich Flucht und Migration und tauscht sich zu kirchenpolitischen Stellungnahmen und Positionen aus.
Aus dem Bistum Trier ist Sr. M. Scholastika Jurt OP Mitglied des Arbeitsstabs. Die Generalpriorin der Kongregation der Arenberger Dominikanerinnen in Koblenz ist die Vertreterin der Deutsche Ordensobernkonferenz im Arbeitsstab.

  • Juli 2020: Statement Erzbischof Dr. Heße zu den Berichten über den Tod sudanesischer Schutzsuchender an der libyschen Küste

    Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind in der Nacht von Montag auf Dienstag (27. auf 28. Juli 2020) zwei sudanesische Schutzsuchende an der Küste Libyens von „Mitarbeitern der örtlichen Behörde“ erschossen worden. Zuvor vereitelte die libysche Küstenwache den Versuch einer größeren Gruppe von Flüchtenden über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Die Aufgegriffenen sollten in eines der libyschen Internierungslager gebracht werden. Einige von ihnen versuchten, sich dieser Zwangsmaßnahme zu entziehen, wobei zwei Menschen von der Küstenwache erschossen, drei weitere verletzt wurden.Dazu erklärt Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), Vorsitzender der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz und deren Sonderbeauftragter für Flüchtlingsfragen:

    „Das Vorgehen der libyschen Küstenwache ist ethisch unvertretbar und auch rechtlich äußerst fragwürdig. Flüchtlinge, die Staatsgrenzen überqueren, sind keine Kriminellen, denen Staaten mit Waffengewalt begegnen dürften. Leider passiert es nicht zum ersten Mal, dass Schutzsuchende, die von Libyen aus die Flucht nach Europa wagen und von der libyschen Küstenwache abgefangen werden, zu Tode kommen, weil sie sich der Inhaftierung in libyschen Internierungslagern entziehen wollen. Die Flüchtlinge werden in diesen Lagern unter menschenunwürdigen Bedingungen gefangen gehalten. Auch gibt es Berichte über Folter und Misshandlung. Dass Flüchtlinge sich diesem Schicksal nicht beugen wollen, ist nur allzu verständlich.

    Der Schutz der Grenzen und die Durchsetzung staatlichen Rechts gegenüber Schutzsuchenden rechtfertigt nicht den tödlichen Waffengebrauch. Die europäischen Staaten, die mit Libyen bei der Grenzsicherung und Seenotrettung kooperieren, können ihre eigene Verantwortung nicht wegdelegieren. Die aktuellen Vorfälle zeigen erneut, wie gefährdet Flüchtlinge in Libyen sind. Das Land erweist sich als tödlicher Hafen. Vor diesem Hintergrund halte ich die Zusammenarbeit der Europäischen Union mit der libyschen Küstenwache für äußerst bedenklich. Die europäischen Staaten sind aufgerufen, in eigener Verantwortung eine echte Rettungsmission einzurichten, die dem Grundsatz des Schutzes der Menschenwürde und des Lebens gerecht wird.“

    Statement auf der Seite der Deutschen Bischofskonferenz

  • 09.04.2020 Statement von Erzbischof Heße zur Lage in der griechisch-türkischen Grenzregion

    Der Sonderbeauftragte für Flüchtlingsfragen und Vorsitzende der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), äußert sich heute (9. April 2020) zur Lage der schutzsuchenden Menschen in der griechisch-türkischen Grenzregion:

    „Bei der Deutschen Bischofskonferenz und bei den Diözesen gehen in diesen Tagen zahlreiche Anfragen zur dramatischen Lage der schutzsuchenden Menschen in der griechisch-türkischen Grenzregion, vor allem auf der Insel Lesbos, ein. Vielen Menschen in unserem Land ist es ein Anliegen, dass Kinder, Familien und besonders vulnerable Flüchtlinge möglichst rasch die überfüllten griechischen Aufnahmelager verlassen können. Wir sehen darin ein starkes Zeichen der Solidarität mit den Betroffenen und sind – auch wenn wir nicht alle Zuschriften individuell beantworten können – für jeden Brief und jede E-Mail dankbar. Als Sonderbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Flüchtlingsfragen halte ich es für wichtig, in der Sache noch einmal Folgendes festzustellen:  

    1. Gemeinsam mit anderen Bischöfen habe ich in den letzten Wochen mit deutlichen Worten an die politischen Verantwortungsträger appelliert, eine humanitäre Krise an den EU-Außengrenzen abzuwenden und Wege zu einer gerechten Verantwortungsteilung zwischen den Staaten Europas zu finden. Deutschland und Europa sind in der Pflicht, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um die desaströsen Verhältnisse auf Lesbos zu beenden.
    2. Eine aus acht EU-Staaten bestehende ‚Koalition der Willigen‘ hat bereits vor einem Monat zugesagt, insgesamt 1.600 unbegleitete oder kranke Kinder und Jugendliche von den griechischen Inseln aufzunehmen. Die Bischofskonferenz begrüßt auch weiterhin, dass die Bundesregierung ihre Beteiligung zugesichert hat. Angesichts der Corona-Pandemie ist das Vorhaben, mehreren Hundert Kindern aus den griechischen Lagern eine sichere Einreise nach Deutschland zu ermöglichen, dringlicher denn je geworden. Es ist an der Zeit, dass den Worten endlich auch Taten folgen. Deutschland sollte sich nicht scheuen, bei der Verwirklichung dieses bereits verabredeten Projekts voranzugehen, statt darauf zu warten, bis andere Staaten sich bewegen. Dass das Bundesministerium des Innern kommende Woche 50 Kinder und Jugendliche einreisen lassen will, ist ein wichtiger erster Schritt.
    3. Wir sind in diesen Fragen mit den zuständigen staatlichen Stellen im Gespräch und haben signalisiert: Die Flüchtlingsdienste der Kirche – mit ihren vielen haupt- und ehrenamtlich Engagierten – sind bereit, ihren Beitrag zur Überwindung der humanitären Not an den EU-Außengrenzen zu leisten. Nun gilt es, politische Blockaden zu überwinden und – trotz Corona-bedingter Einschränkungen – zu einer schnellen Lösung zu gelangen.“

    Statement

  • 09.03.2020 Erzbischof Heße zur Situation in den griechischen Flüchtlingslagern

    09. März 2020

    Stellungnahme: Erzbischof Heße zur Situation in den griechischen Flüchtlingslagern / aktuell: Koalitionsausschuss will Flüchtlingskinder aufnehmen

    „Die humanitäre Situation in den griechischen Flüchtlingslagern ist bereits seit Monaten dramatisch und hat sich zuletzt noch weiter verschlechtert. Ich begrüße deshalb die Entscheidung des Koalitionsausschusses, wonach sich Deutschland im Verbund mit anderen EU-Mitgliedsstaaten an der Aufnahme von kranken und besonders verletzlichen Kindern und Jugendlichen beteiligen wird. Dieser Beschluss war dringlich.

    Angesichts der großen Zahl hilfsbedürftiger Schutzsuchender zeigt die Entscheidung aber doch eine gewisse Verzagtheit, weil sich die Zahl derjenigen, denen geholfen werden soll, auf lediglich gut Tausend Personen beläuft. Die Flüchtlinge, aber auch Griechenland werden weitere Schritte der Solidarität benötigen. Deutschland und auch die anderen europäischen Länder dürfen sich dieser Verantwortung nicht entziehen.“

    (Erzbischof Dr. Stefan Heße, Sonderbeauftragter für Flüchtlingsfragen und Vorsitzender der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz)

    Stellungnahme

     

Deutsche Bischofskonferenz: Themenseite Flüchtlingshilfe

Die Deutsche Bischofskonferenz informiert  auf ihrer Internetseite über die umfangreiche Flüchtlingshilfe der katholischen Kirchen in Deutschland. Dort finden Sie die oben ausgeführten Leitsätze der Deutschen Bischofskonferenz, unterschiedliche Veranstaltungshinweise, Informationen über die Flüchtlingsarbeit in den verschiedenen Bistümern und jeweilige Ansprechpartner. Auch gibt es einen Newsletter, der abonniert werden kann.
Den direkten Link zum Dokument der Leitsätzen der Deutschen Bischofskonferenz finden Sie hier

Hilfreiche Handreichungen der Deutschen Bischofskonferenz für die Flüchtlingshilfe finden Sie auf gesammelt auf willkommens-netz.de