Übersicht: für die Praxis Herausforderung wer ist gemeint Im Asylverfahren Nach der Ablehnung

1. Flucht ist eine weltweite Herausforderung

Flucht und Vertreibung sind weltweite Phänomene. Die Ursachen sind komplex und miteinander zusammenhängend. Die tatsächliche Zahl derer, die gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen ist nicht bekannt. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) erhebt regelmäßig Zahlen. Ende 2017 waren rund 68,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Von diesen Menschen suchten 40,0 Millionen im eigenen Land Schutz (sogenannte Binnenvertriebene). Weitere 25,4 Millionen haben in den Nachbarländern Schutz gefunden. Die Zahl der Asylbewerberinnen und Asylbewerber, die außerhalb ihrer Heimatländer internationalen Schutz suchen lag 2017 bei 3,1 Millionen Menschen.

  • Kinder auf der Flucht

    Erschreckend hoch ist der Anteil von Kindern und Jugendlichen an den von UNHCR gezählten Geflüchteten. Rund die Hälfte der Schutzsuchenden sind jünger als 18 Jahre. Flüchtlingskindern drohen in den Kriegswirren und Konfliktlagen besondere Gefahren, indem sie zum Beispiel als Kindersoldatinnen und - soldaten rekrutiert und zum Kämpfen und Töten gezwungen werden. Und es kommt immer wieder zu Zwangsehen und Vergewaltigungen. Gerade für Kinder sind die seelischen Wunden, die sie in den Heimatländern und auf der Flucht erlitten haben, eine große Belastung, die sie ohne fachliche Hilfe und Unterstützung nicht bewältigen können.

    Bei den Kindern und Jugendlichen, die auf der Flucht sind, ist die Lage besonders prekär für die sogenannten unbegleiteten Minderjährigen. Sie sind ganz alleine ohne Eltern unterwegs. Nach der Kinderechtskonvention der Vereinten Nationen dürfen diese Kinder und Jugendlichen nicht anders als alle anderen Kinder in den Aufnahmeländern behandelt werden. Die Hilfe für sie ist ausschließlich am Kindeswohl auszurichten.

  • Fliehen ist gefährlich

    Eine Flucht ist sehr oft mit großen Gefahren verbunden, was besonders für Menschen gilt, die weiter entfernt von ihren Heimatländern internationalen Schutz suchen. Da kaum legale Fluchtwege eröffnet werden, sind Flüchtlinge auf die kriminellen Methoden und Machenschaften von Schleppern und Schleusern angewiesen, die viel Geld für risikoreiche und viel zu oft tödliche Routen verlangen. Seit 2000 sind an den Außengrenzen der EU über 35.000 Menschen bei der Suche nach Schutz ums Leben gekommen.

  • Links und Informationen
  • Sich engagieren
  • Auf einen Blick
  • Bleiben Sie sensibel für die weltweiten Zusammenhänge, die bei den Themen Vertreibung und Flucht wirken.
  • Machen Sie in Ihren persönlichen Kontakten auf die weltweiten Zusammenhänge aufmerksam.
  • Regen Sie Veranstaltungen und Initiativen an, die die weltweite Situation im Blick haben und helfen bei der Organisation.
  • Unterstützen Sie Organisationen, die weltweit aktiv sind mit Ihrer Spende.
  • Industrieländer nehmen eher einen geringen Teil der Geflüchteten auf.
  • Den größten Anteil an den weltweit Geflüchteten bilden die sogenannten Binnenvertriebenen, die im eigenen Land Schutz suchen und Geflüchtete, die in Nachbarländern Aufnahme finden.
  • Flucht hat meist ein Bündel von Ursachen. Eine einfache Unterteilung beispielsweise in politische Verfolgung und Flucht vor Armut wird der tatsächlichen Situation nicht gerecht.
  • Kinder und Jugendlichen, stellen einen Anteil von rund 50% der Geflüchteten, die weltweit auf der Flucht sind.
  • Es gibt kaum legale Fluchtwege nach Europa. Für den Großteil der Menschen ist die Flucht ein gefährliches Unterfangen, das nicht selten in den Tod führt.
  • Verlieren Sie bei der Größe des Problems nicht aus dem Auge, dass Sie nicht für die ganze Welt „zuständig“ sind. Behalten Sie den einzelnen Menschen, dem Sie begegnen, mit seinem Schicksal und Hilfebedürfnissen im Auge.

Mehr zu Asyl- und Flüchtlingsfragen

z. B. bei diesen Online-Adressen:

Informationsverbund Asyl
Pro Asyl
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
Katholische Arbeitsgemeinschaft Migration
Arbeitskreis Asyl Rheinland-Pfalz

Glossar / Wörterbuch

Auf der Internetseite des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge finden Sie ein umfangreiches Glossar, in dem wichtige Begriffe aus dem Asyl- und Migrationsbereich kurz erläutert sind.