Übersicht: für die Praxis Herausforderung wer ist gemeint Im Asylverfahren Nach der Ablehnung

Mobilität

In Deutschland gestaltet sich die Mobilität für Geflüchtete im Alltag oftmals schwierig. Ihnen ist es aber wichtig, die gewohnte Mobilität im Alltag wiederzuerlangen. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind jedoch oft zu teuer oder nicht ausreichend ausgebaut. Die Probleme der öffentlichen Verkehrsanbindung, besonders in ländlichen Regionen, betreffen Geflüchtete wie länger Ansässige gleichermaßen. Oft leisten Ehrenamtliche Unterstützung durch Fahrdienste. Ehrenamtliche sollten jedoch immer im Vorfeld die Haftungsfrage bei eventuellen Sach- oder Personenschäden klären. Fahrdienste, die Ehrenamtliche im Rahmen ihres Engagements im Dienste des Bistums Trier oder der Caritasverbände übernehmen, sind durch Bistum bzw. Caritas versichert. Informationen zum Versicherungsschutz durch das Bistum Trier erhalten sie bei der Ehrenamtsentwicklung im Bistum Trier.

  • Öffentliche Verkehrsmittel und Fördermöglichkeiten

    Grundsätzlich erstatten die Träger von Integrationskursen die Fahrtkosten bei verpflichtender Teilnahme und bis zu einer bestimmten Entfernung. Andere Fahrkosten gelten als im Regelbedarfssatz der Sozialämter/Jobcenter inbegriffen. In besonderen Fällen wie etwa bei Facharztbesuchen kann ein Mehrbedarf beantragt werden. Einige Städte und Gemeinden bieten freiwillig vergünstigte Tickets oder „Sozial Tickets“ für den ÖPNV an. Auch EmpfängerInnen von Asylbewerberleistungen können einen Antrag stellen. Erstattung/Förderung der Fahrkosten zur Schule über das Bildungs- und Teilhabepaket für Kinder und Jugendliche ist beim zuständigen Träger des Leistungsbezugs zu beantragen.

  • Fahrräder

    Das Fahrrad ist eine willkommene Alternative zu öffentlichen Verkehrsmitteln. Gemeinsam mit Geflüchteten geführte ehrenamtliche Fahrradwerkstätten haben sich als erfolgreiche Form der Zusammenarbeit erwiesen. Gespendete Fahrräder werden dort repariert und gegen einen geringen Eigenanteil an Bedürftige weitergegeben. Das Bistum Trier fördert dieses Engagement finanziell über den Flüchtlingsfonds.

    Die Zusammenarbeit mit der Polizei empfiehlt sich etwa zur Einweisung in die Straßenverkehrsordnung. Ebenfalls besonders wichtig ist eine private Haftpflichtversicherung der Geflüchteten.

    Als Unterstützung stellt das Bistum Trier eine 12-sprachige Broschüre mit den wichtigsten Informationen für‘s Radfahren in Deutschland zur Verfügung.

  • Umschreiben oder Erwerb eines Führerscheins

    Grundsätzlich gilt nach der Fahrerlaubnisverordnung (FeV): Wer keinen ordentlichen Wohnsitz begründet, darf unbefristet mit dem gültigen ausländischen Führerschein fahren. Wer einen ordentlichen Wohnsitz in Deutschland begründet (mindestens 185 Tage in Deutschland wohnt) und keinen EU-Führerschein besitzt, darf sechs Monate lang mit dem gültigen nationalen Führerschein fahren. Wer einen nationalen Führerschein aus nicht EU-Ländern hat, muss eine amtliche Übersetzung mitführen. Ein internationaler Führerschein gilt als gültige Übersetzung, ist jedoch nur zusammen mit dem nationalen gültig.

    Nach sechs Monaten gilt das Führen eines Fahrzeugs ohne deutschen Führerschein als Straftat. Unter welchen Voraussetzungen Geflüchtete ihre gültige Fahrerlaubnis in eine deutsche umschreiben lassen können, erfahren Sie bei der örtlichen Fahrerlaubnisbehörde. Einige Fahrstunden zur Eingewöhnung in die deutsche Straßenverkehrsordnung ist jedenfalls empfehlenswert und bietet Sicherheit. Eine theoretische Prüfung kann am PC in verschiedenen Sprachen (auch Arabisch) erfolgen. Für die praktische Prüfung kann auf Kosten des Bewerbers ein Dolmetscher bestellt werden. Bei Geflüchteten reicht der Nachweis über Tag und Ort der Geburt und die Aufenthaltsgestattung.

    Alle Kosten rund um den Führerschein hat in der Regel der Geflüchtete selbst zu tragen. Geflüchtete, die Leistungen der Arbeitsagentur oder der Jobcenter beziehen, können in besonderen Fällen.

  • Links und Informationen
  • Sich engagieren
  • Auf einen Blick
  • Sie können ehrenamtliche Fahrdienste anbieten.
  • Informieren Sie sich über Haftungsfragen bei eventuellen Sach- oder Personenschäden bei Ihrer zuständigen Organisation (Gemeinde, Caritas, Kommune).
  • Helfen sie Geflüchteten, sich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurecht zu finden.
  • Informieren Sie sich in Ihrer Gemeinde über die Möglichkeiten der Beantragung von „Sozial Tickets“.
  • Spenden Sie Fahrräder oder helfen Sie bei der Reparatur von Fahrrädern.
  • Unterstützen Sie das sichere Radfahren mit Hilfe der Polizei und weiterer Informationsmaterialien.
  • Weisen Sie darauf hin, dass eine Haftpflichtversicherung wichtig ist.
  • Informieren Sie sich ggfs. bei der zuständigen Behörde über die Möglichkeiten, Führerscheine umzuschreiben.
  • In schwierigen Fällen oder bei Überforderung vermitteln Sie an hauptamtliche Beratungsstellen.
  • Wiederherstellung von Mobilität ist für Geflüchtete, gerade im ländlichen Raum, wichtiger Bestandteil des Alltags.
  • Ehrenamtliche Fahrdienste sind wichtiger Bestandteil der Unterstützung.
  • Fahrdienste von Engagierten im Dienste des Bistums sind über das Bistum versichert.
  • Die Fahrt zum Integrationskurs wird vom Kursträger erstattet.
  • Günstigere Tickets für öffentliche Verkehrsmittel können ggf. über ein „Sozial Ticket“ beantragt werden.
  • Fahrräder sind eine gute Alternative.
  • Einweisung in die Straßenverkehrsordnung und Haftplicht sind wichtig.
  • Ausländische Führerscheine sind mit gültiger Übersetzung höchstens sechs Monate gültig.
  • Danach ist eine deutsche Fahrerlaubnis verbindlich erforderlich.
  • Theoretische und praktische Führerscheinprüfung kann jederzeit abgelegt werden.
  • Theoretische Prüfung ist auch in Arabisch möglich.
  • Die Kosten tragen die Personen in der Regel selbst. Eine Kostenübernahme ist in besonderen Fällen (zur Arbeitsaufnahme…) möglich.

Mehr zu Asyl- und Flüchtlingsfragen

z. B. bei diesen Online-Adressen:
Informationsverbund Asyl
Pro Asyl
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
Katholische Arbeitsgemeinschaft Migration
Arbeitskreis Asyl Rheinland-Pfalz

Glossar / Wörterbuch

Auf der Internetseite des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge finden Sie ein umfangreiches Glossar, in dem wichtige Begriffe aus dem Asyl- und Migrationsbereich kurz erläutert sind.