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Kita, Schule, Ausbildung, Studium

Lernen ist ein wichtiger Faktor für gelingende Integration. Bildungseinrichtungen wie Kitas, Schulen, und Hochschulen sind als Orte des lebenslangen Lernens daher wichtig. Der Zugang zu diesen Bildungsorten ist für Geflüchtete im hohen Maße von aufenthaltsrechtlichen Vorgaben und Landesbestimmungen abhängig.

  • KiTa und der Rechtsanspruch auf Erziehung, Bildung und Betreuung

    In den Bundesländern Rheinland-Pfalz und im Saarland haben Kinder vom vollendeten ersten Lebensjahr bis zum Schuleintritt einen Rechtsanspruch auf eine Betreuung in einer Kindertageseinrichtung (Kita) oder in Tagespflege. Der Rechtsanspruch besteht gegenüber dem öffentlichen Jugendhilfeträger, das heißt, gegenüber dem jeweils zuständigen Jugendamt vor Ort. Dies gilt für Kinder aus Familien mit Fluchterfahrung ab der Begründung eines gewöhnlichen Wohnsitzes. Kinder, die mit ihren Familien in Erstaufnahmeeinrichtungen leben, haben keinen Anspruch auf Betreuung in einer Tageseinrichtung oder in Tagespflege.

    In beiden Ländern ist die interkulturelle Arbeit Teil des gesetzlichen Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsauftrages und damit wichtiger Bestandteil der konzeptionellen und pädagogischen Arbeit in den Kitas. In Rheinland-Pfalz wird der Einsatz von interkulturellen Fachkräften vom Land gefördert. Kitas sind Bildungs- und Lernorte, die alle Kinder und Familien, gleich welcher Herkunft, Sprache, Kultur und Religion, im Blick haben. Sie sind somit starke Partner zur Förderung der Integration.

  • Schule und Schulpflicht

    Die Schulpflicht

    Grundsätzlich beträgt die Dauer der allgemeinen und Berufsschulpflicht in den Bundesländern Rheinland-Pfalz (RLP) und Saarland (SL) 12 Schuljahre, in der Regel aber bis zum Erreichen der Volljährigkeit. Die Schulpflicht beginnt mit 6 Lebensjahren und der Begründung eines gewöhnlichen Aufenthalts in einer Gemeinde im Gebiet der Bundesländer.

    Ausreisepflichtige schulpflichtige Personen sind bis zur Ausreise schulpflichtig.

    Ausreisepflichtige Kinder und Jugendliche, die in der Erstaufnahme in RLP bleiben müssen, sind zunächst nicht schulpflichtig, jedoch haben sie ein Schulbesuchsrecht und werden in der Einrichtung beschult. Dieses Recht leitet sich vom Artikel 28 der UN-Kinderrechtskonvention ab. Somit darf es keinen völligen Ausschluss vom Schulbesuch geben.

    Im Saarland unterliegen die Kinder von Anfang an der Schulpflicht. In den Schulen gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, das Erlernen der deutschen Sprache zu fördern. Ab einer bestimmten Anzahl von Schülerinnen und Schülern können Sprachlernklassen gebildet werden, in denen Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache unterrichtet wird. Diese Klassen dauern meist so lange, bis die Schülerinnen und Schüler dem Unterricht in den regulären Klassen folgen können. Einige Schulen bieten zusammen mit anderen Trägern wie Caritas, Diakonie, etc. Nachhilfe und Hausaufgabenbetreuung an. Es ist ratsam, die Möglichkeiten mit der Schule oder Beratungsstellen direkt zu besprechen.

    Junge Geflüchtete, die noch nicht die Voraussetzungen haben, um eine Berufsausbildung zu beginnen oder eine allgemeinbildende Schule zu besuchen, erfüllen ihre Schulpflicht in berufsbildenden Schulen. Diese Möglichkeit wird wahrgenommen, um den Schulabschluss nachzuholen. Auch an berufsbildenden Schulen werden Sprachförderklassen eingerichtet.

    Für Praktika, die nach der landesrechtlichen Schulordnung im Rahmen der Schulpflicht absolviert werden müssen, bedarf es keine Beschäftigungserlaubnis der Ausländerbehörde.

    Wenn die Schulpflicht entfällt, besteht die Möglichkeit einer weiteren Beschulung an den berufsbildenden Schulen.

  • Ausbildung, Arbeit

    Der Zugang zu berufsvorbereitenden Maßnahmen und Unterstützungsleistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts ist unter anderem abhängig vom Aufenthaltsstatus. Vereinfacht dargestellt lässt sich sagen, dass Personen, die sich im laufenden Asylverfahren (Aufenthaltsgestattung) befinden oder eine Ablehnung (Duldung) erhalten haben, Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz von den Kommunen erhalten. Zur beruflichen Eingliederung steht die Agentur für Arbeit mit ihren Angeboten zur Verfügung. Zur Ausbildungs- und Arbeitsaufnahme wird die Beschäftigungserlaubnis seitens der Ausländerbehörde benötigt. Da eine Vielzahl von gesetzlichen Vorgaben bei der Integration in Ausbildung und Arbeit zu berücksichtigen sind, empfehlen wir mit Migrations- und Flüchtlingsberatungsstellen im Bistum Kontakt aufzunehmen, da die Zugangs- und Fördermöglichkeiten komplex sind.

    Sobald der Asylantrag positiv entschieden ist, erhalten die Personen eine Aufenthaltserlaubnis. Sie erhalten dann existenzsichernde Leistungen von den Jobcentern und berufsvorbereitende Maßnahmen. Eine Zustimmung zur Ausbildungs- und Arbeitsaufnahme seitens der Ausländerbehörde entfällt in aller Regel.

    Die berufliche Eingliederung ist wesentlich von den schulischen/beruflichen Vorerfahrungen und der formalen Anerkennung dieser Abschlüsse in Deutschland abhängig. Hierzu wurden spezielle IQ-Anerkennungs- und Beratungsstellen eingerichtet, die Ratsuchenden bei dem Verfahren in Deutschland helfen.

    Im Bistum Trier gibt es regional unterschiedlichste Angebote der oben genannten Einrichtungen. Darüber hinaus halten sowohl die Handwerkskammern als auch die Industrie- und Handelskammer verschiedene Angebote vor.

  • Studium

    Um ein Studium aufnehmen zu können, wird ein hohes Sprachniveau (C1) vorausgesetzt und ein anerkannter Schulabschluss verlangt, der die Hochschulzugangsberechtigung erfüllt. Zur Orientierung und sprachlichen Qualifizierung bieten verschiedene Universitäten und Hochschulen Informationsveranstaltungen und „Probesemester“ im Rahmen einer Gasthörerschaft an. Nähere Informationen erhalten sie vor Ort. Desweiteren steht die "Bildungsberatung Garantiefonds Hochschule" an verschiedenen Standorten im Bistum zur Beratung für Zugewanderte zur Verfügung.

  • Anerkennung von Abschlüssen

    In Deutschland hat jede Person mit einem ausländischen Berufsabschluss, unabhängig von ihrem Status, einen Rechtsanspruch auf ein Verfahren zur Anerkennung der Qualifikation. Je nach Bundesland und Beruf sind unterschiedliche Stellen für die Prüfung der Gleichwertigkeit zuständig. Für die Anerkennung von Schulzeugnissen, die nicht unter das Anerkennungsgesetz fallen, sind die Zeugnisanerkennungsstellen der Länder zuständig. Zeugnisse, die unter das Anerkennungsgesetzfallen werden je nach Bundesland und Referenzberuf im deutschen Ausbildungssystem von unterschiedlichen Stellen geprüft. Beratung und Unterstützung finden Sie bei Beratungsstellen des Netzwerk IQ.

  • Links und Informationen
  • Sich engagieren
  • Auf einen Blick
  • Sie können Sich in Absprache mit den Eltern über die Verfahren der Anmeldung in Kitas und Schulen informieren und mögliche Förderprogramme in Erfahrung bringen
  • Falls die Familien gegenüber der Kita skeptisch sind, können Sie bei den Eltern um die Unterbringung in einer Kita werben
  • Sie können die Eltern und die Kinder auch zur Einschulung begleiten und ihnen die Rolle der Eltern in Kita und Schule bspw. regelmäßige Elterngespräche, Kontrolle von Hausaufgaben etc. erklären
  • Sie können sich über das deutsche Ausbildungs- und Bildungssystem informieren, und dieses den Geflüchteten näher bringe
  • Suchen Sie sich Hilfe bei Beratungsstellen, wenn Sie nicht mehr weiterkommen
  • Kita und Schulen sind wichtige Orte der Bildung und Förderung der Integration
  • In Rheinland-Pfalz und Saarland haben alle Familien einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab 3 Jahren, ausgenommen sind Familien in Erstaufnahmeeinrichtungen
  • In Rheinland-Pfalz und Saarland herrscht Schulpflicht. In Erstaufnahmeeinrichtungen gibt es lediglich ein Schulbesuchsrecht
  • Der Zugang zu Ausbildungsplätzen und staatlichen Fördermaßnahmen bspw. der Bundesagentur für Arbeit hängt stark vom Aufenthaltsstatus der Geflüchteten und den Vorgaben der Ausländerbehörde zur Möglichkeit der Aufnahme einer Beschäftigung ab
  • Für Geflüchtete mit einer Duldung besteht die Möglichkeit der Sicherung des Aufenthalts für die Dauer der Ausbildung und anschließender Berufstätigkeit (Ausbildungsduldung)
  • Der Zugang zum Hochschulstudium ist, im Vergleich zur Ausbildungsförderung, nicht sehr stark vom Aufenthaltsstatus anhängig
  • Die finanzielle Sicherung des Lebensunterhalts und die Anerkennung von Abschlüssen müssen berücksichtig werden
  • Wichtig ist eine fachkundige Beratung in Flüchtlings- und Migrationsberatungsstellen