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Interkulturelle Kompetenz

Ein Wesenselement interkultureller Begegnungen sind die Personen, die sich begegnen. „Interkulturell“ beschreibt die Beziehung zwischen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und die Dynamik, die entsteht wenn beiden mehr oder minder unklar ist, wie die Regeln dieser Begegnung sind. Es ist daher ganz normal, dass ihr Verhalten in dieser Situation im Wesentlichen durch Fremdbilder, Vorurteile und vorangegangene interkulturelle Erfahrungen bestimmt wird.

  • Interkulturelle Begegnung

    Es ist sehr verführerisch, zu versuchen, mit der Hilfe eines Regelwerks von Verhaltensvorgaben für fremde Kulturen, Missverständnisse in interkulturellen Begegnungen vorzubeugen bzw. im Vorfeld der Begegnung ein gegenseitiges Verstehen zu bewirken. Diese Versuche sind meist zum Scheitern verurteilt, da sich in interkulturellen Begegnungen Personen meist anders verhalten als sie dies mit Angehörigen der eigenen Kultur tun würden.

    Interkulturelle Begegnungen sind für alle Teilnehmenden geprägt von der Erfahrung, dass etwas unvertraut, unbekannt oder fremd erscheint. Vorannahmen oder der Rückgriff auf Stereotype helfen in einem ersten Schritt beiden Seiten Sicherheit zu erlangen und sind eine ganz natürliche Reaktion. Die Vorannahmen und das Erleben der Begegnung sagen dabei zuallererst etwas über das eigene Verständnis von Normalität aus. In interkulturellen Begegnungen lernen Menschen sehr viel mehr über sich selbst als über den "Anderen".

  • Was ist eigentlich Kultur?

    Es gibt mehrere Verständnisse von Kultur beispielsweise. als Hochkultur, in Form von Kunst, Theater und Musik oder als Produkt des sozialen Miteinanders. Als soziales Miteinander handelt es sich bei Kultur um Regeln und Gewohnheiten, die sich eine Gemeinschaft im Miteinander selbst über die Zeit gibt und die zur Gewohnheit werden. Diese Gemeinschaft kann kleiner (z. B. Familie oder Sportverein) oder größer sein (z. B. Studierende, Jugend, Deutsche). Je näher man die Kultur einer größeren Gemeinschaft betrachtet, umso deutlicher werden innere Unterschiede und die innere Vielfalt. Daraus folgt der Schluss, dass Kulturen eigentlich keine klaren Grenzen haben. Dennoch ist der Rückgriff auf eine "deutsche" oder "französische" Kulturgemeinschaft nicht per se falsch. Sie ist aber zumindest sehr ungenau und meist zu verallgemeinernd. Die Vorstellung von Homogenität in einer Kulturgemeinschaft ist aber immer eine Frage der Perspektive, des Motives und dient vor allem einer einfacheren Handhabung.

  • Interkulturelle Kompetenz

    Ein Regelwerk oder Stereotype mögen Ihnen im ersten Moment Sicherheit geben, aber viel entscheidender sind Ihre bisherigen Erfahrungen mit Personen einer anderen Kultur, Ihre Kommunikationsfähigkeit und die Haltung mit der Sie in die Begegnung gehen. Wichtig sind Einfühlungsvermögen, Toleranz, Flexibilität und die Gelassenheit, das gleichzeitige und gleichberechtigte Existieren von unterschiedlichen Verhaltensweisen und Widersprüchlichkeiten auszuhalten beziehungsweise einfühlsam zu kommunizieren. Sie sollten sich über Ihre Stereotype bewusst werden und ihre kulturellen Vorannahmen im Gespräch überprüfen bzw. kritisch reflektieren. Je mehr Sie üben, desto mehr lernen Sie über sich selbst.

    Denken Sie daran, dass unbekanntes oder nicht vertrautes Verhalten nicht immer durch die Kultur zu erklären ist. Individuelle Persönlichkeit, situationsbedingtes Handeln oder aktuelle Stimmung liefern ebenfalls oft plausible Erklärungen.

    „Interkulturelle Kompetenz“ verstehen wir als Fähigkeit, zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen eine Beziehung aufzubauen und Verständnis zu ermöglichen, Menschen mit vielfältigen Erfahrungen anzusprechen, zu erreichen und einzubeziehen.

  • Kulturelle Vielfalt und Integration

    Für kurzfristige Auslandaufenthalte, wie ein Urlaub, ist das Erleben anderer Kulturen nicht nur akzeptiert, sondern mit ein Reisegrund. Die Akzeptanz des kulturell "Anderen" in der eigenen Heimat (Land oder Wohngemeinde) sinkt jedoch mit dem Grad des erzeugten Fremdheitsgefühls in interkulturellen Begegnungen und stellt für beide Parteien eine größere Herausforderung dar, als dies für die Dauer eines Urlaubs der Fall ist.

    Dennoch stellt kulturelle Vielfalt in einer Gemeinschaft kein Widerspruch zur Integration dar. Integration ist ein Prozess in der aus Kommunikationsparteien Kommunikationspartner werden, die einander in ihrer Andersartigkeit kennenlern und wertschätzen. Interkulturelle Kompetenz und Kommunikationsfähigkeit sind wichtige Fähigkeiten, die auf beiden Seiten verlangt werden.

  • Links und Inforamtionen
  • Sich engagieren
  • Auf einen Blick
  • Viele haben die oben aufgeführten Kompetenzen und können sie in interkulturellen Begegnungen einbringen und verfeinern
  • Wenn Sie sich noch besser vorbereiten möchten oder sich näher mit dem Thema oder anderen Kulturen befassen möchten, melden Sie Ihren Bedarf bei den örtlichen Ansprechpartnern der Caritas oder der Seelsorge
  • Bleiben sie neugierig und gehen Sie offen auf Menschen zu
  • Kultur beschreibt Gewohnheiten einer sozialen Gruppe (Familie, Jugend, Deutsche).
  • Eine Kultur ist nicht homogen, sondern in sich vielfältig.
  • Eine Kultur hat keine klare Grenze. Grenzen sind eine Frage der Perspektive.
  • Interkulturelle Begegnung ist mit Fremdheitserfahrung und Unsicherheit verbunden.
  • Der Rückgriff auf Stereotype ist zur Herstellung von Sicherheit normal und unvermeidlich.
  • In interkulturellen Begegnungen lerne ich mehr über mich selbst als über den Anderen.
  • Interkulturelle Kompetenz ist …
    • Lernen und Wissen um eigene und unterschiedliche Werte
    • Lernen und Wissen um eigene Vorannahmen/Vorurteile
    • Gelassenheit, Humor, Einfühlungsvermögen, Offenheit (Neugier)
    • die Anerkennung von kultureller Vielfalt als Normalität
    • die Fähigkeit zur Selbstreflexion
    • Flexibilität in den Umgangsformen und in der Ausdrucksfähigkeit
    • die Perspektive wechseln können und Dinge mit den Augen des Anderen betrachten (Perspektivwechsel)
    • Versuch und Irrtum und neuer Versuch („Frustrationstoleranz“)
    • Unsicherheiten und unklare Situationen aushalten können („Ambiguitätstoleranz“)